Wer ist Rowena?

Lady Rowena
Bild von Iris Merlino

 

Der Name Rowena ist eine latinisierte Form des altenglischen Vornamens Hrodwyn und bedeutet "Ruhm" und wynn "Freude" bzw. "Glück". Rowena ist eine aufgestiegene Meisterin, die in ihren Erdenleben viel Ungerechtigkeit und Leid erlebt hat. Durch Macht und Niederfall, Ruhm und Armut, Freiheit und Gefangennahme konnte sie sich zu einer Meisterin entwickeln, die uns innere, reine Kraft lehrt. Sie lehrt uns die innere Freiheit, jenseits alter Glaubensmuster durch die Sprengung der Fesseln von Illusionen Gefangene zu sein.

 

 

Eine bedeutende Inkarnation Rowenas war die der Jeanne d’Arc, besser bekannt als die Jungfrau von Orleans.

 

Jeanne d’Arc wurde im Januar 1412 in Domrémy als Tochter einer Bauernfamilie während der zweiten Hälfte des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England geboren.

Bereits mit 13 Jahren hatte Jeanne d’Arc ihre ersten Visionen. Damals erschien ihr die Heilige Katharina, später kamen der Erzengel Michael und die Heilige Margareta hinzu. Von ihnen glaubte sie den Befehl erhalten zu haben, Frankreich von den Engländern zu befreien. Die Erscheinungen wurden intensiver und wiederholten sich. Im Jahre 1428 verließ sie ihr Elternhaus.

Ein Jahr später erhielt sie bereits eine Eskorte, die sie zu Karl VII. nach Chinon begleitete.

Sie überzeugte ihn, dass sie im Namen des Himmels gekommen sei, um Frankreich aus der misslichen Lage zu retten, und sicherte ihm zu,

dass sie durch Visionen erfahren habe, dass er in Reims zum König von Frankreich gekrönt würde.

 

 

Er ließ sie drei Wochen lang von Geistlichen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen

und ihre Jungfräulichkeit untersuchen. Sie erhielt eine Rüstung und eine kleine militärische Einheit.

Ihr erster Auftrag war es, einen Proviantzug nach Orléans durchzubringen.

Durch ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen steigerte sie stetig die Kampfbereitschaft des Heeres.

Die Engländer zogen sich immer mehr von der aussichtslos gewordenen Stellung zurück. Im Juni 1429 waren die letzten Engländer

unter der Mitwirkung Jeanne d’Arcs aus den Burgen südlich der Loire vertrieben worden.

 

 

Karl VII. wurde, wie von ihr prophezeit, in der Kathedrale von Reims als Karl VII. gekrönt. Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem Altar stehend, an der Feier teil. Der Ruhm Jeanne d’Arcs war nun auf dem Höhepunkt.

Immer wieder bat sie den König, nach Paris vorstoßen zu dürfen – erst nach etlichen strategischen Fehlentscheidungen gab er im September 1429 ihrem Drängen nach. Der Versuch misslang jedoch, und Karl VII. wendete sich von ihr ab. Er wollte nun lieber Frieden mit den Engländern schließen und entließ Teile der Armee. Er versagte Jeanne d’Arc die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben. Ihre angestrebte Befreiung von Paris blieb erfolglos und sie wurde im Feld verwundet.

Nach einem Verrat nahmen burgundische Soldaten sie 1430 gefangen und verkauften sie für 10.000 Franken an die Engländer.

Diese übergaben Jeanne an die katholische Inquisition. Drei Monate dauerte der Prozess unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais.

 

 

Jeanne d’Arc bewies während des Prozesses eine gute Rhetorik, die für ihr Elternhaus und ihren niederen Stand untypisch war. Dennoch befand man sie am 19. Mai 1431 in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig. Sie wollte sich dem Urteil der Kirche zunächst nicht unterwerfen, sondern nur ein direkt von Gott stammendes Urteil anerkennen. Als man ihr nach der Urteilsverlesung eröffnete, der Scheiterhaufen erwarte sie, wenn sie ihren Irrglauben nicht einräume, schwor Jeanne ihren Überzeugungen plötzlich ab. Sie fürchtete sich vor dem Feuertod, wie sie auch in ihrem späteren Widerruf des Geständnisses selbst erklärte.

 

Am 24. Mai wurde die Exkommunizierung Jeanne d'Arcs vollzogen, die sich in einem öffentlichen Geständnis in allen Anklagepunkten für schuldig befand. Nach ihrem Abschwören verurteilte man sie als Ketzerin zu lebenslanger Haft.

Aus politischen Gründen war dieses Urteil für die Anhänger des englischen Königshauses unbefriedigend, da man die Volksfeindin lieber beseitigen wollte. Zudem bestand für sie die Gefahr, dass sie vielleicht aus einem kirchlichen Gefängnis in Frankreich befreit werden könnte, um einen erneuten Schlag gegen die englischen Truppen anzuführen.

 

 

Der einzige Ausweg bestand darin, Jeanne d'Arc erneut einen Prozess zu machen, der sie als unbelehrbare Ketzerin ausweisen musste. So wurde ihr nachgewiesen, dass sie in ihrer Gefängniszelle erneut Männerkleidung angelegt hatte. Doch der eigentliche Hintergrund war, dass man ihr die Frauenkleider weggenommen und die Männerkleidung hingeworfen hatte. Sie wurde im Gefängnis furchtbar gequält und misshandelt, was sie auch öffentlich so angab. Zu ihrem eigenem Schutz vor Vergewaltigung habe sie die Männerkleidung wieder angelegt. Neben der Kleiderfrage widerrief sie ihr vorheriges Geständnis.

 

Das endgültige Urteil wurde schnell gefällt: Verbrennung als „notorisch rückfällige Ketzerin“ auf einem Scheiterhaufen auf dem Marktplatz von Rouen. Am nächsten Morgen, dem 30. Mai 1431, wurde sie verbrannt. Berichte von Augenzeugen der Hinrichtung Jeanne d´Arcs erzählen davon, dass man ihre Seele gen Himmel aufsteigen sah. Vor ihrem Ende schrie sie immer wieder durch die Flammen den Namen „Jesus“.

1909 wurde Jeanne d’Arc durch Papst Pius X. selig und am 16. Mai 1920 durch Papst Benedikt XV. heilig gesprochen.

 

 

Eine weitere Inkarnation Rowenas war die der Maria Stuart, Königin von Schottland (* 8. Dezember 1542, † 8. Februar 1587). Sie war die Tochter König Jakobs V. und seiner zweiten Ehefrau Marie de Guise.

Ihr Vater starb im Alter von 30 Jahren, nachdem Schottland vernichtend von den Engländern geschlagen worden war.

Maria war erst sechs Tage alt und wurde Königin von Schottland. Am 9. September 1543 wurde Maria Stuart formell im Stirling Castle gekrönt, wobei sie königliche Roben trug, die speziell auf ihre Körpergröße abgestimmt worden waren.

Heinrich VIII., König von England, befahl Schottland anzugreifen, Edinburgh einzunehmen und die junge Königin zu entführen. Doch Marie de Guise versteckte ihre Tochter in den geheimen Räumen von Stirling Castle.

Am 7. August 1548 brachte die königliche französische Flotte die fünfjährige Königin nach Frankreich. Die Überfälle der Engländer dauerten bis Juni 1551 an und schwächten das Land empfindlich.

 

 

Am französischen Hof erhielt sie die bestmögliche Ausbildung und beherrschte schließlich neben dem heimischen Schottisch auch Französisch, Latein, Griechisch, Spanisch und Italienisch sowie Prosa, Reiten, Falknerei und Handarbeiten.

Während dieser Zeit nahm sie den Nachnamen Stuart an, die französische Schreibweise von Stewart.

Am 24. April 1558 heiratete sie in der Kathedrale Notre-Dame den französischen Thronfolger. Nach den Gesetzen der Thronfolge war Maria Stuart auch die Anwärterin auf den englischen Thron nach ihrer Großcousine, Königin Maria („Bloody Mary“) die kinderlos blieb.

Doch ihr Großonkel Heinrich VIII. entschied in seinem Testament, dass die Stuarts niemals den englischen Thron besteigen dürften. Die Frage der Thronfolge blieb somit weiterhin offen.

1559 wurde Marias Ehemann als Franz II. inthronisiert. Somit war sie auch Königin von Frankreich.

Nach einem Jahr erkrankte der junge König und starb wenig später am 5. Dezember 1560.

 

 

Marias Schwiegermutter Katharina von Medici wurde Regentin von Frankreich. Sie war Maria nie wohl gesonnen,

weshalb das Ende von Marias Aufenthalt in Frankreich sichtbar wurde.

Marias Mutter verstarb 1560. Frankreich zog sämtliche Truppe aus Schottland ab und erkannte

in einem Vertrag die Herrschaft Elisabeths I. über England an. Die achtzehnjährige Maria Stuart, die in Frankreich verblieben war,

weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen und kehrte bald darauf nach Schottland zurück. Durch die Reformation und der damit verbundenen religiösen Spaltung des eigenen Volkes, bauten sich auch Spannungen gegenüber Elisabeth I. auf.

Maria Stuart, Königin von Schottland, versuchte, die Spannungen zwischen ihr und ihrer Cousine Elisabeth I. mit einer Einladung nach Edinburgh auszuräumen. Elisabeth weigerte sich jedoch und die Spannungen blieben.

Am 19. Juli 1565 heiratete Maria Stuart ihren achtzehnjährigen Cousin Henry Stewart,

Lord Darnley, der ebenfalls ein potenzieller Anwärter auf den englischen Thron war.

 

 

Diese Eheschließung verärgerte auch Elisabeth, denn sie war der Ansicht, dass die Heirat nur mit ihrer Erlaubnis hätte stattfinden dürfen,

weil Darnley ein englischer Untertan war. Die Ehe stellte aufgrund des königlichen Blutes von Darnley eine Bedrohung für Elisabeth dar,

denn ein Kind aus dieser Ehe hätte einen gerechtfertigten Anspruch sowohl auf den schottischen als auch auf den englischen Thron gehabt.

Lord Darnley erwies sich als immer arroganter und fordernder. Er bestand auf die uneingeschränkten Rechte eines Königs,

seine Ziele waren klar: eine Entmachtung der Königin, seiner Ehefrau, und die eigene Inthronisierung.

Am Abend des 9. März 1566 drangen Verschwörer unter Führung Darnleys gemeinsam in das kleine Esszimmer der Königin

im Palast ein und stellten Königin Maria Stuart unter Hausarrest, doch sie entkam. Sie entfremdete sich ihrem Ehemann zunehmend.

Am 19. Juni 1566 wurde ihr Sohn, der zukünftige König Jakob VI., im Edinburgh Castle geboren. Kurz nach der Geburt

wurde ein Komplott geschmiedet, um Darnley loszuwerden, der mittlerweile schwer erkrankt war. Am 10. Februar 1567

ereignete sich im Haus eine Explosion und Darnley wurde tot im Garten gefunden. Bald wurde gemunkelt,

dass er im Rahmen eines Komplotts ermordet worden war, die Explosion sei nur zur Täuschung inszeniert worden.

Es wurde nie geklärt, ob die Königin an dem Komplott beteiligt gewesen war, denn sie war nachweislich auf einer Hochzeit anwesend.

Dieses Ereignis, das eigentlich Marias Erlösung sein sollte, beschädigte ihr Ansehen.

 

 

Am 15. Mai, gerade einmal drei Monate nach der Ermordung Darnleys, heiratete sie den Mann, James Hepburn, of Bothwell, den viele für den Mörder hielten. Diese Heirat erwies sich sehr bald als ein großer Fehler,

denn es kam zu einem Aufstand der ihr zuvor treu ergebenen Adligen, die ihre Abdankung forderten.

Eine spätere Vermutung für diese überstürzte und unstandesgemäße Heirat war, dass Bothwell Maria vergewaltigt haben soll und die damaligen Ehrgesetze verlangten, dass er sie sofort heiratete. Sie wurde dadurch mit Zwillingen schwanger.

Doch selbst das Heer, das sie mit Bothwell um sich geschart hatte, weigerte sich, für sie zu kämpfen. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich den Fürsten ihres Landes zu ergeben. Sie wurde im Loch Leven Castle gefangen gesetzt. Ihr Halbbruder zwang sie, ihre

Abdankung zugunsten ihres Sohns zu unterzeichnen. Das knapp einjährige Kind wurde nur fünf Tage später als König Jakob VI. gekrönt.

In der Gefangenschaft erlitt Maria eine Fehlgeburt ihrer Zwillingen. Ihr gelang knapp ein Jahr später die Flucht. Wenige Tage danach führte Maria nochmals eine Armee von 6.000 Getreuen an. Diese wurde jedoch vernichtend geschlagen. Maria flüchtete und bat ihre Großcousine, Königin Elisabeth I. von England, um Unterstützung gegen die rebellierenden schottischen Adligen.

 

Elisabeth Tudor war 1558 nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Edward und ihrer älteren Schwester Maria I. („Bloody Mary”) Königin von England geworden. Doch viele katholische Engländer sahen in Elisabeth I. eine illegitime prostestantische Königin. Die katholische Maria Stuart war ihr also gefährlich, da viele Katholiken sie als Urenkelin Heinrichs VII. rechtmäßig auf den englischen Thron sahen. Aus diesen Gründen war die katholische Maria für Elisabeth und ihren protestantischen Hof eine ständige Bedrohung. Die sehr große katholische Minderheit in England sah nämlich in ihr die einzige Möglichkeit, die alte katholische Kirche wieder einzusetzen.

 

 

Noch war nicht entschieden, ob Maria für den Mord an Lord Darnley verurteilt werden sollte. Elisabeth ordnete eine politisch beeinflusste Untersuchung an, die zwischen Oktober 1568 und Januar 1569 in York durchgeführt wurde. Doch Elisabeth wünschte keine Verurteilung wegen Mordes nach außen hin. Maria berief sich darauf, dass sie eine rechtmäßige Königin sei und daher von keinem Gericht verurteilt werden könne. Ihr Halbbruder James Stewart hatte inzwischen die Regierungsgeschäfte übernommen und war bestrebt, Maria aus Schottland herauszuhalten und ihre Anhänger zu kontrollieren.

 

Maria wurde es nicht gestattet, die Unterlagen einzusehen oder beim Prozess etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen.

Da Maria wusste, dass alle Unterlagen und Briefe gefälscht wurden, wollte sie erst dann eine schriftliche Verteidigung abgeben,

wenn Elisabeth ihr den Freispruch garantierte, doch dies wurde vom Gericht abgelehnt. 

Obgleich die Unterlagen als Beweislast anerkannt wurden, kam das Gericht zum Schluss, dass der Mord an Lord Darnley

nicht bewiesen werden konnte. Dieses Ergebnis entsprach genau den Wünschen Elisabeths. Dennoch folgten für Maria

achtzehn Jahre Haft in verschiedenen englischen Burgen, die weit von Schottland und London entfernt waren.

 

 

1570 empfahl der französische König Karl IX. Elisabeth, Maria wieder auf den schottischen Thron zu bringen.

Ihre Vorbedingung war jedoch die Ratifikation des Vertrages von Edinburgh, der beinhaltete,

dass das Bündnis zwischen Schottland und Frankreich beendet werden sollte und Schottland sich an das protestantische

England anlehnen sollte. Doch die überzeugte Katholikin Maria wollte auch auf Drängen Elisabeths,

ihr Vorgehen zu überdenken, noch immer nicht diese Anerkennung unterschreiben.

1572 verabschiedete das Parlament auf Veranlassung der Königin ein Gesetz, das Maria von der englischen

Thronfolge ausschloss. Unerwartet verweigerte Elisabeth jedoch die Zustimmung zu dem Gesetz. 

Es wurden viele Komplotte sogar Mordanschläge vermutlich durch den englischen Geheimdienst gegen Elisabeth verübt,

die Maria Stuart angelastet wurden. Somit wollte man das politische „Problem“ Maria Stuart lösen.

Elisabeth war davon nicht überzeugt, obgleich Maria für Elisabeth zu einer untolerierbaren Last nach außen hin wurde.

Noch immer hatten die beiden sich nie persönlich kennengelernt.

 

 

Maria Stuart wurde am 25. September 1586 durch ein Gericht wegen Hochverrats für schuldig befunden,

da sie angeblich an einem geplanten Anschlag auf Elisabeths Leben beteiligt gewesen sein soll.

Doch erst am 1. Februar 1587 unterzeichnete Elisabeth die Hinrichtungsurkunde. Sie hatte vorher noch versucht,

einen Gefängniswärter dazu zu bringen, dass er Maria Stuart ermordete, um die Hinrichtung zu umgehen.

Maria Stuart wurde am 8. Februar im Schloss Fotheringhay hingerichtet.

Maria trug rote Gewänder, weil sie sich als katholische Märtyrerin darstellen wollte.

Der Scharfrichter war unerfahren und nervös; er benötigte drei Schläge mit der Axt, um Marias Kopf vom Körper zu trennen.

Maria Stuart wurde zuerst in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt.

Doch die Leiche wurde 1612 exhumiert, als ihr Sohn, der als Jakob I. später auch über England herrschte,

die Beisetzung in der Westminster Abbey anordnete. Dort liegt sie nur gerade neun Meter vom Grab ihrer Cousine Elisabeth entfernt.

 

 

Eine weitere Inkarnation Rowenas war die der Marie Antoinette (* 2. November 1755, † 16. Oktober 1793). Sie war eine Erzherzogin von Österreich sowie spätere Königin von Frankreich und Navarra.

Maria Antonia von Österreich wurde als letzte Tochter und fünfzehntes Kind von Maria Theresia und Kaiser Franz I. (1708-1765) von Habsburg-Lothringen in Wien geboren.

Im Zuge der traditionellen österreichischen Heiratspolitik wurde schon frühzeitig eine Eheschließung zwischen Marie Antonia und dem Dauphin Louis-Auguste (dem späteren Ludwig XVI. von Frankreich) ins Auge gefasst. Die Vermählung sollte das letzte und zugleich ehrgeizigste Heiratsprojekt aus einer Reihe von Eheschließungen zwischen Habsburger und Bourbonen sein und den langersehnten Frieden zwischen Frankreich und Österreich besiegeln.

 

 

Die Hochzeit fand am 19. April 1770 in der Augustinerkirche in Wien statt. In den folgenden Tagen wurde die Abreise von Maria Antonia vorbereitet und Mutter Maria Theresia versuchte, das weinende 14-jährige Mädchen mit folgenden Worten zu beruhigen: „Seien Sie gut zu dem französischen Volk, damit man sagen kann, ich hätte ihm einen Engel geschickt“.

In Frankreich angekommen, verwandelte sich die kleine österreichische Erzherzogin Maria Antonia in die französische Dauphine Marie Antoinette und wurde offiziell am französischen Hof eingeführt. Dennoch wollte sie sich nicht bei Hofe anpassen, sie gab für die damalige Zeit Unsummen aus. Ein Großteil des französischen Volkes hungerte und ihre Verschwendung trug nicht zur Beliebtheit Marie Antoinettes bei. Die junge Prinzessin fühlte sich von Feinden umgeben und stützte sich fast ausschließlich auf den österreichischen Botschafter.

 

 

Die Thronbesteigung des jungen Königspaars nach dem Tod Ludwigs XV. (10. Mai 1774) wurde dennoch mit Freunde begrüßt.

Marie schaffte es nicht sich an die strenge Hofetikette zu halten, was ihr viele Feinde und Verschwörungen bescherte.

Mit dem Tod ihrer Mutter Maria Theresia am 29. November 1780 verlor Marie Antoinette eine kluge und liebevolle Beraterin.

Das Jahr 1789 stellte einen Wendepunkt im Leben Marie Antoinettes dar.

Die schlechte Finanz- und Wirtschaftslage Frankreichs ließ die Französische Revolution ausbrechen.

 

Herzog von Braunschweig veröffentlichte am 10. August 1792 ein Manifest, in dem Gewalt angedroht wurde für den Fall,

dass der königlichen Familie etwas zustoße. Das Volk stürmte daraufhin die Tuilerien und brachte die königliche Familie

in eine ehemalige Festung des Templerordens. Dort wurde die Königsfamilie streng bewacht, aber es ergaben sich immer

noch Möglichkeiten, mit der Außenwelt zu kommunizieren.

 

Die resignierende Teilnahmslosigkeit des Königs zwang die Königin, die Verhandlungen zu führen.

Doch sie war unerfahren und unsicher. In geheimen Botschaften versuchte sie die Herrscher Europas zu einer bewaffneten Intervention zu bewegen. Ihre Appelle wurden mit der Zeit immer dringlicher. Am 1. März 1792 starb Leopold II., und ihm folgte Franz II. (1768-1835). Marie Antoinette fürchtete nicht zu Unrecht, dass der neue Kaiser sie den Interessen Österreichs opfern würde. Während all dieser Ereignisse und während der Gefangenschaft zeigte Marie Antoinette unverändert Mut und Würde, trotz ihrer nachlassenden Gesundheit.

 

 

Am 21. Januar 1793 wurde ihr Ehemann hingerichtet. Es gab einige erfolglose Versuche, ihre Freunde, sie und ihre Kinder zu retten.

Man hatte ihr bereits ihren Sohn weggenommen und trennte sie jetzt auch von ihrer Tochter.

Am 1. August 1793 überstellte man Königin Marie Antoinette in das Gefängnis. In einer anschließenden Verhandlung

beschuldigte man sie des Hochverrats und der Unzucht. Ihre noble Haltung und Rhetorik während ihrer Verhandlung

brachten ihr selbst die Bewunderung ihrer Feinde ein. Die Geschworenen entschieden einstimmig auf schuldig,

für den 16. Oktober 1793 wurde die Hinrichtung angesetzt. Um 12 Uhr wurde sie auf dem Ratsplatz guillotiniert.

Marie Antoinette wurde in einem Massengrab in der Nähe der heutigen Kirche La Madeleine verscharrt.

Erst mehr als zwanzig Jahre nach ihrem Tod wurde ihr Leichnam exhumiert und in der Basilika Saint-Denis in Paris,

der traditionellen Grablege der französischen Könige, an der Seite ihres Gatten beigesetzt.

 

 

Die Hauptseelenanteile Rowenas inkarnierten zuletzt als die heilige Bernadette Soubirous (* 7. Januar 1844, † 16. April 1879),

die in 16 Treffen Botschaften von Mutter Maria empfing. Sie wurde als älteste Tochter des ärmlich lebenden Müllers François Soubirous und dessen Frau Louise in Lourdes geboren. Seit ihrer Kindheit litt sie an Asthma. Die Mühle musste die Familie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten aufgeben und in eine leerstehende, kalte und feuchte ehemalige Gefängniszelle umziehen.

Am 11. Februar 1858 gingen Bernadette und ihre Schwester Antoinette sowie ihre Freundin Jeanne Abadie bei Kälte barfuß zur nahen Grotte Massabielle, um Feuerholz zu sammeln. Dort erschien Bernadette oberhalb der Grotte das erste Mal eine weiß gekleidete Frau. Die weiß gekleidete Dame bat Bernadette bei der dritten Erscheinung um weitere 15 Treffen.

 

 

Bernadette berichtete dem Ortspfarrer Peyramale darüber und sagte ihm, dass sie ein Geräusch gehört und eine Dame gesehen habe, welche ein weißes Kleid, einen blauen Schleier und auf jedem Fuß eine gelbe Rose getragen habe.

Doch der Ortspfarrer war entschiedener Skeptiker und hielt Bernadette für verrückt. Er beauftragte sie, die Frau nach ihrem Namen zu fragen. Beim 16. Treffen schließlich soll die Dame auf die Frage, wer sie sei, mit den Worten „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“ geantwortet haben. Bernadette war diese Bezeichnung so unbekannt, dass sie beim Zurücklaufen die Worte immer wiederholte.

 

 

Als Bernadette dem Pfarrer berichtete, was die Frau gesagt hatte, war Peyramale zutiefst erschüttert und schockiert.

Zwar hatte Papst Pius IX. bereits 1854 das Dogma von der unbefleckten Empfängnis verkündet, doch wie konnte ein kleines Kind,

das keine nennenswerte schulische Bildung und Kommunion erfahren hatte, dieses Wissen besitzen?

Dies überzeugte den Pfarrer, der daraufhin die Erscheinungen verteidigte. Nach den Erscheinungen trat Bernadette 1866

in das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein, wo sie ein zurückgezogenes und bescheidenes Leben führte.

Ihre Novizenmeisterin lehnte die Visionen von Lourdes vehement ab. Im Alter von 35 Jahren starb Bernadette an den Folgen des Asthmas.

Sie wurde beerdigt und das Kloster widersetzte sich nach außen vehement gegen eine einsetzende Verehrung.

Am 22. September 1909 wurde ihr Leichnam exhumiert und dabei völlig intakt aufgefunden.

 

 

Von Papst Pius XI. wurde sie 1925 selig gesprochen. Anlässlich ihrer Seligsprechung wurde der immer noch unverweste Leichnam in einen Glassarg gelegt und in die Kapelle des Klosters Saint-Gildard überführt, wo er bis heute zu sehen ist. Sie wurde von Papst Pius XI. 1934 heilig gesprochen. Somit stiegen die Hauptseelenanteile Rowenas durch Bernadette als Meisterin auf. Weitere Seelenanteile sind in Rosa Luxemburg, Grace Kelly und Prinzessin Diana zu finden. Auch ist die Ähnlichkeit Bernadettas Visionen zu Cathérine Labourés Leben sehr interessant.

 

 

Cathérine Labouré (* 2. Mai 1806, † 31. Dezember 1876) war eine römisch-katholische Ordensfrau, die in einer Marienerscheinung den Auftrag zur Herstellung der „Wundertätigen Medaillen“ erhielt. Sie trat am 21. April 1830 in die Gemeinschaft der Töchter der christlichen Liebe in Paris ein und erhielt den Ordensnamen Cathérine. Bereits in diesem Jahr hatte sie am 19. Juli eine erste Marienerscheinung, eine weitere folgte am 27. November. Cathérine berichtete, dass sie Maria innerhalb eines ovalen Rahmens auf der Erdkugel stehend sah. Außerdem sah sie einen großen Buchstaben M mit einem Kreuz darüber und die stilisierten Herzen von Jesus und Maria. Diese Erscheinung trug ihr auf, mit diesen Bildern Medaillen zu prägen und versprach alle, die sie tragen würden, werden große Gnade empfangen.

 

 

Cathérine erzählte ihrer Oberin von dieser Vision, doch ihr wurde zunächst nicht geglaubt. Nach einer neuerlichen Marienerscheinung erhielt Pater Aladele im Jahr 1832 vom Erzbischof de Quelen die Erlaubnis zum Prägen der Medaillen. Wunderbare Heilserfahrungen machten die Medaille sehr populär und führten zur Bezeichnung „Wundertätige Medaille“. Die Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Marias durch Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 förderte die Verbreitung dieser Medaille.

Cathérine arbeitete die restlichen Jahre ihres Lebens als gewöhnliche Krankenschwester in einem Altersheim in Enghien. Erst kurz vor ihrem Tod machte sie bekannt, dass sie es war, die nach einer Marienerscheinung den Auftrag zum Prägen der Medaillen gegeben hatte.

Ihr Körper wurde 1933 unverwest aufgefunden und liegt jetzt in einem Glassarg am seitlichen Altar in der Rue du Bac in Paris. Sie wurde am 28. Mai 1933 selig und am 27. Juli 1947 durch Papst Pius XII. heilig gesprochen. Papst Johannes Paul II. verwendete Motive von der Rückseite der „Wundertätigen Medaille“ (das Kreuz und den Buchstaben M) auf seinem Wappen.

 

 

 

Die Angaben zu den Inkarnationen der aufgestiegenen Meister ist teilweise durch Wikipedia ergänzt.